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| Grundanforderungen an die pädagogische Arbeit |
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Die Bildungs- und Erziehungsarbeit
eng mit dem sozialistischen Leben verbinden
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Die verschiedenen Tätigkeiten der Kinder inhaltsreich gestalten
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Die Kinder sollten vom Kleinkindalter an auf ihr Leben und Wirken in
der sozialistischen Gesellschaft vorbereitet werden. Deshalb sollten
sie in enger Verbindung mit den Erscheinungen, Vorgängen und
Ereignissen in ihrer gesellschaftlichen und natürlichen Umwelt
gebildet und erzogen werden.
Die Beziehungen der Kinder zu ihrem gesellschaftlichen Umfeld sollten
so weit entwickelt und gefestigt werden, daß sie die Spiele,
Gespräche, musisch-künstlerischen und anderen
Tätigkeiten durchdringen. Die Vorstellungen der Kinder über
das gesellschaftliche Leben waren zu erweitern sowie
moralisch-sittliche Einstellungen und sozialistische Verhaltensweisen
herauszubilden.
Dazu sollte die Erzieherin z.B.:
- Begegnungen mit Werktätigen organisieren, damit die Kinder wichtige Bereiche der Arbeit und Tätigkeiten kennenlernen,
- mit den Kindern kulturelle Einrichtungen im Heimatort besuchen,
- Vorgänge und Erscheinungen in der Natur sowie die Arbeit der Menschen in der Natur beobachten,
- sie richtiges Verhalten gegenüber Tieren und Pflanzen sowie zum Schutz der Umwelt lehren,
- Begegnungen der Kinder mit Angehörigen der bewaffneten Organe organisieren,
- die Kinder mit dem Leben der Menschen in der Sowjetunion bekanntmachen,
- bei den Kindern Gefühle der Solidarität entwickeln,
- mit den Kindern gesellschaftliche Kampf- und Feiertage und
traditionelle Feste vorbereiten, Traditionen, Sitten und Bräuche
pflegen...
(vgl. Programm für die Bildungs- und Erziehungsarbeit im Kindergarten, 1985, S. 86 und 121-129)
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Durch vielfältige Tätigkeiten in der Kindergruppe sollten
Aktivität und Selbständigkeit der Kinder weiter ausgebildet
werden. Die in den Erziehungsplänen enthaltenen Inhalte waren den
Kindern durch interessante und anregende Tätigkeiten zu
vermitteln. Die Erzieherin hatte dabei zu beachten, daß die
Tätigkeiten und Inhalte dem jeweiligen Auffassungsvermögen,
den Entwicklungsbesonderheiten und der Aneignungsweise der drei- bis
sechsjährigen Kinder entsprachen.
In den Plänen für die Bildungs- und Erziehungsarbeit wurden Spielen, Lernen und Arbeiten als Haupttätigkeiten gekennzeichnet,
denen jeweils ein spezifischer, unersetzbarer Wert für die
Persönlichkeitsentwicklung beigemessen wurde. Während die
Kinder beispielsweise beim Spielen in die ihnen ansonsten nicht
zugänglichen Bereiche des Lebens der Erwachsenen eindringen,
können sie beim Lernen in den Beschäftigungen elementare
Zusammenhänge aus Natur und Gesellschaft begreifen und das Lernen
selbst lernen. Arbeitstätigkeiten sollten ihre Bereitschaft
fördern, Nützliches für sich und andere zu tun,
Verantwortung für übernommene Aufgaben und
Anstrengungsbereitschaft auszuprägen.
Innerhalb der Tätigkeitsarten hatte das Spiel eine besondere
Bedeutung. Es galt als die dem Kind gemäße Form der
Auseinandersetzung mit der Umwelt und mit sich selbst, als
Tätigkeit, in der sich die Kräfte des Kindes
hauptsächlich entwickeln. Im Spiel wurde den Kindern ein weitaus
höheres Maß an Selbsttätigkeit zugebilligt, ohne
deshalb auf die Führung der Kinder im Spiel zu verzichten. Es war "Eigenveranstaltung "der Kinder und zugleich "Mittel der Bildung und Erziehung"(I. Launer).
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Das Leben im Kollektiv Gleichaltriger
erziehungswirksam gestalten |
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Hygienische Verhaltensweisen und gesunde
Lebensgewohnheiten herausbilden |
Erziehung in der DDR war grundsätzlich Kollektiverziehung -
Erziehung zur Kollektivität im und durch das Kollektiv. Das
Kinderkollektiv war sowohl Ziel als auch Mittel der Bildung und
Erziehung. Dazu sollte die Erzieherin die Kinder über gemeinsame
Tätigkeiten zusammenführen, damit sie die Werte
gemeinschaftlichen Tuns, wie Freude am Zusammensein mit anderen,
Sicherheit, Achtung und Anerkennung erleben und sich zu eigen machen
können. Was das Kind an individuellen Wünschen,
Vorstellungen, Eigenheiten und subjektiven Bedürfnissen
mitbrachte, erschien so weit beachtens- und förderungswert, wie es
dem Wohl der Kindergemeinschaft diente. Das einzelne Kind ging
gleichsam im Kollektiv auf. Ein- und Unterordnung, Zurückstellung
eigener Wünsche zugunsten der Gemeinschaft rangierten vor der
Entwicklung von Selbstanspruch und Ich-Identität. Was für die
Gruppe gut war, war folglich auch für das einzelne Kind gut.
Konflikte zwischen den Kindern wurden vermieden bzw. von der Erzieherin
bereits im Ansatz unterbunden.
Die Tätigkeiten der Kinder sollten in kollektiven Formen
organisiert sein und mittelbar oder unmittelbar Tätigkeiten im
Kollektiv und für das Kollektiv sein.
Dazu hatte die Erzieherin z.B.:
- für eine harmonische Atmosphäre in der Gruppe mit vielen interessanten Tätigkeiten zu sorgen,
- die Kinder zu gemeinsamen Spielen und Tätigkeiten anzuregen,
aber auch zeitweiliges Alleinspiel zu ermöglichen und besondere
Neigungen zu beachten,
- darauf zu achten, daß sich die Kinder erstrebenswerte gemeinsame Ziele stellen,
- sich allen Kindern gegenüber aufmerksam und gerecht zu verhalten,
- die Kinder zu befähigen, freundschaftlich miteinander umzugehen, sich gegenseitig zu helfen und voneinander zu lernen,
- die Kinder zu veranlassen, die Interessen anderer zu achten,
- das Zusammengehörigkeitsgefühl zu festigen...
(vgl. Programm für die Bildungs- und Erziehungsarbeit im Kindergarten, 1985, S. 87-89) |
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Die Erhaltung und die Stabilisierung der Gesundheit der Kinder war ein
Grundanliegen der Erziehung im Kindergarten der DDR. Im "Programm
für die Bildungs- und Erziehungsarbeit" wurden die
pädagogischen und hygienischen Grundsätze verbindlich
festgelegt, nach denen der Tagesablauf, die körperliche Bewegung,
der Aufenthalt im Freien, die gesunde Ernährung, der
Mittagsschlaf, die Gesundheitskontrollen zu gestalten waren. Dabei
wurde davon ausgegangen, daß durch die Einhaltung eines festen
Tagesablaufes positive Wirkungen auf alle physiologischen Prozesse im
Organismus und den Zustand des Nervensystems der Kinder ausgehen. Diese
Auswirkungen eines geordneten Tagesablaufes wurden in medizinischen,
physiologischen und psychologischen Untersuchungen in der DDR
nachgewiesen. Die individuell sehr verschiedenen Lebensbedürfnisse
der Kinder nach Essen, Trinken, Schlafen, Rückzug und Bewegung
blieben dabei weitgehend unbeachtet.
Die Erzieherin hatte u.a. zu sichern:
- daß die festgelegten Zeiten im Tagesablaufplan konsequent eingehalten wurden,
- daß die Kinder sich kulturvolle und hygienische
Verhaltensweisen aneigneten (Körperpflege, Mahlzeiten,
Selbständigkeit beim An- und Auskleiden),
- daß die tägliche Zeit für den Aufenthalt im Freien
und für den Mittagsschlaf für alle Kinder eingehalten wurde,
- daß der Gesundheitszustand der Kinder täglich
gewissenhaft kontrolliert wurde..(vgl. Programm für die Bildungs-
und Erziehungsarbeit im Kindergarten, 1985, S. 89-93)
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| Der Kindergarten in der DDR |
| Funktionen |
Der
Kindergarten hatte eine gesellschaftspolitische, eine pädagogische
und eine sozialpolitische Funktion. Im Kindergarten sollten die Kinder
allseitig gebildet, sozialistisch erzogen und dadurch auf das Leben und
Arbeiten in der sozialistischen Gesellschaft vorbereitet werden. Eine
ganztägige kostenlose Betreuung der Kinder sollte zugleich die
uneingeschränkte Berufstätigkeit der Mütter
ermöglichen. |
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| Aufgaben |
Der
Kindergarten hatte die Aufgabe, alle Kinder fürsorglich zu
betreuen, sozialistisch zu erziehen und gut auf das Leben und Lernen in
der Schule vorzubereiten. Er sollte den Kindern ein inhaltsreiches,
glückliches Leben in der Kindergemeinschaft gewährleisten und
sie von klein auf zu sozialistischen Staatsbürgern bilden und
erziehen. |
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| Konzept |
Die
Auffassung von der Erziehung im Kindergarten basierte auf dem
Tätigkeitskonzept der sowjetischen Psychologie und Pädagogik.
Demzufolge vollzieht sich menschliche Entwicklung in der
Tätigkeit, das heißt in der aktiven Auseinandersetzung des
Menschen mit seinen gesellschaftlich-sozialen und natürlichen,
materiell-gegenständlichen und kulturell-geistigen
Umweltbedingungen. Als die dem Vorschulkind gemäßen
Tätigkeiten seiner Auseinandersetzung mit der Welt wurden das
Spiel, die Arbeitstätigkeiten und das Lernen hervorgehoben. |
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| Ziele und Inhalte |
Erziehung
sollte diesen Prozeß tätiger Auseinandersetzung
befördern, unterstützen, optimal und effektiv gestalten. Von
besonderer Bedeutung für die sozialistische Vorschulpädagogik
waren die Fragen: An welchen Inhalten sind die Tätigkeiten der
Kinder - Spiel, Lernen, Arbeiten - zu orientieren, und wie müssen
die Tätigkeiten planmäßig gelenkt, geführt,
organisiert werden, damit die Kinder die von der Gesellschaft
vorgegebenen Ziele erreichen können. |
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| Rolle der Erzieherin |
Der
Erzieherin wurde die führende Rolle im pädagogischen
Prozeß zugeschrieben. Sie hatte dafür zu sorgen, daß
das Wissen, Können und Verhalten, das sich die Kinder aneigneten,
den angestrebten Zielen entsprach. Dementsprechend hatte die Erzieherin
die Tätigkeiten der Kinder zu initiieren, zu organisieren, zu
planen, zu lenken und zu bewerten. |
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| Bild vom Kind |
Auf
diese Weise vermittelte die Erzieherin, was die Kinder lernen sollten.
Das Kind wurde im Wesentlichen als defizitär, unfertig gesehen,
wie H.-D. Schmidt bereits 1982 kritisierte. Daraus ergab sich,
daß das Kind weit mehr Objekt pädagogischen Einwirkens als
Subjekt seiner Entwicklung war. |
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| Die Bildungs- u. Erziehungsprogramme |
Erzieherinnen
planten und gestalteten ihre praktische pädagogische Arbeit auf
der -Grundlage staatlicher Erziehungs- und Bildungsprogramme. Die
Programme enthielten - die Ziele der Persönlichkeitsentwicklung
auf den verschiedenen Altersstufen, - die Aufgaben und Inhalte der
Bildungs- und Erziehungsarbeit sowie - Hinweise zur
organisatorisch-methodischen Arbeit. |
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| Planung der pädagogischen Arbeit |
Die
Erzieherin plante ihre Arbeit schriftlich für jeden Monat, jede
Woche, jeden Tag. Vielfach waren auch einzelne Tagesabschnitte und
Tätigkeitsarten schriftlich vorzubereiten. Sie plante Ziele und
Inhalte sowie Methoden und Organisation der Bildungs- und
Erziehungsarbeit. Obwohl die ständige Planungsarbeit sehr
belastend war, fühlten sich viele Erzieherinnen durch die
schriftliche Ausarbeitung gut vorbereitet für die tägliche
Arbeit mit den Kindern. |
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Zusammenarbeit mit der Familie |
Die
Zustimmung der Eltern zu den Zielen und Inhalten wurde prinzipiell
vorausgesetzt. In der Zusammenarbeit mit der Familie, die als
unerläßlich galt, ging es vor allem darum, die Eltern zur
Mitwirkung an der Umsetzung der Ziele zu gewinnen. Die wichtigsten
Formen der Zusammenarbeit waren thematische Elternabende,
Elterngespräche, Hausbesuche und die Arbeit mit dem Elternaktiv. |
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| Zentrale Leitung |
Die
Kindergärten bildeten das unterste Glied des zentralistisch
organisierten
Volksbildungssystems in der DDR. Daraus ergab sich die zentrale Leitung
aller Bereiche der Arbeit im Kindergarten. Das betraf die Ziele und
Inhalte der Bildung und Erziehung, die materiellen und personellen
Bedingungen, einschließlich der Weiterbildung der Erzieherinnen
sowie die Versorgung mit Mobiliar, Spiel- und
Beschäftigungsmaterial. Es gab Festlegungen zum Tagesablauf, zum
Einhalten hygienischer Vorschriften sowie zu prophylaktischen
Untersuchungen durch Zahnärzte, Ärzte, Psychologen und
Logopäden, letzteres insbesondere zur Sicherung der guten
Schulvorbereitung aller Kinder. Über ein hierarchisches Leitungs-
und Kontrollsystem - Fachabteilungen des Ministeriums, der Räte
der Bezirke und der Kreise- erreichten die zentralen Bestimmungen alle
Kindergärten. Das hatte neben Vorteilen den Nachteil, daß
Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Erzieherinnen nicht
gefördert, eher eingeschränkt wurden.
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