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Ausstellung zum Konzept Situationsansatz
- ein Beitrag zur pädagogischen Standortdiskussion im Kita-Museum -
Das
Anliegen der Ausstellung ist zum einen, Besucher/innen auf anschauliche
Weise einzuladen, wesentliche theoretische Grundlagen des Konzeptes
kennen zu lernen. Zum anderen soll durch Beispiele aus dem
pädagogischen Alltag gezeigt werden, wie der Situationsansatz in
der Praxis durch Kinder, Erzieher/innen und auch Eltern gelebt werden
kann.
Der Raum wird unter der Leitung des
Überregionalen Pädagogischen Zentrums Potsdam gestaltet und
in Abständen aktualisiert. Er ermöglicht es, sich individuell
oder auch im Team Informationen und Anregungen zu folgenden
Themenschwerpunkten zu holen:
- Lernen und Lehren als Erklärung und Gestaltung von Lebenssituationen
- Forschendes und entdeckendes Lernen - aufbauend auf der Neugier, der Kreativität und Eigeninitiative der Kinder
- Balance zwischen selbstbestimmtem und sozial verantwortlichem Leben
- Mitwirkung von Kindern an der Gestaltung ihres Lebens
- Interkulturelle Offenheit in Bildungsprozessen
- Öffnung zum Gemeinwesen.
In der ersten Phase
der Raumgestaltung sind ausgewählte Exponate der Ausstellung "Den
Kindern eine Stimme" aus den brandenburgischen Landkreisen Oberhavel,
Uckermark, Potsdam-Mittelmark und der Stadt Brandenburg integriert. Die
Ausstellung verdeutlicht den Beitrag des Kita-Museums zur Begegnung und
zur pädagogischen Standortdiskussion.
Die Konzeptpräsentation erläutert und konkretisiert das
Leitbild und die konzeptionellen Grundsätze des Situationsansatzes,
wie sie als Arbeitsergebnis des Projekts "Qualität im Situationsansatz" im Juni 2001 formuliert wurden.
(Das
Projekt ist Teil der "Nationalen Qualitätsinitiative im System der
Tageseinrichtungen für Kinder" des Bundesministeriums für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend.)
Leitbild des Situationsansatzes
Kinder
haben von Anfang an eigene Rechte und vollziehen die für ihre
Entwicklung und Entfaltung notwendigen Schritte durch eigene
Aktivität. Diese Sicht bestimmt das Bild vom Kind im
Situationsansatz. Erwachsene sind dafür verantwortlich, Kinder
durch verlässliche Beziehungen und ein anregungsreiches Umfeld in
ihrem Streben nach Weiterentwicklung zu unterstützen.
Die pädagogischen Ziele - Autonomie, Solidarität und
Kompetenz - orientieren sich an den demokratischen Grundwerten und
gesellschaftlichen Entwicklungen. Sie umfassen wesentliche Bereiche der
Persönlichkeitsentwicklung, der Ich-, Sozial- und Sachkompetenz.
Es geht darum, Kinder mit ihren Entwicklungsbedürfnissen in ihren
Situationen zu verstehen und die Fähigkeiten der Kinder zu
fördern, mit sich selbst, mit anderen und mit einer Sache gut
zurecht zu kommen. Durch Anerkennung ihrer unterschiedlichen
Vorerfahrungen und Ausdrucksweisen ermutigen Erzieherinnen die Kinder,
sich an gesellschaftlichen Prozessen gestaltend zu beteiligen.
Eigensinn und Gemeinsinn gehören zusammen.
Autonomie, Solidarität und Kompetenz bestimmen auch das
professionelle Handeln der Erzieherinnen. Ihre Erfahrungen werden
aufgegriffen und durch weitere Perspektiven zur Entwicklung von Kindern
unterstützt und orientiert. Der Situationsansatz strebt dabei eine
enge Erziehungspartnerschaft mit Eltern an.
Der Situationsansatz in Kindertageseinrichtungen zielt auf die
Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern als gesellschaftliche
Aufgabe. Seine Grundsätze tragen dem Grundverständnis des
KJHG Rechnung, dass die Kindertageseinrichtungen ein den Lebenswelten
der Kinder und Familien entsprechendes qualitativ und quantitativ
bedarfsgerechtes Angebot darstellen. Sie tragen der Vielfalt der
Lebensformen Rechnung und entwickeln darauf bezogen spezifische
Profile. Erziehung, Bildung und Betreuung sind aufeinander bezogen.
Konzeptionelle Grundsätze
- Die pädagogische Arbeit geht aus von den sozialen und kulturellen Lebenssituationen der Kinder und ihrer Familien.
- Erzieherinnen finden im
kontinuierlichen Diskurs mit Kindern, Eltern und anderen Erwachsenen
heraus, was Schlüsselsituationen im Leben der Kinder sind.
- Erzieherinnen analysieren, was Kinder
können und wissen und was sie erfahren wollen. Sie eröffnen
ihnen Zugänge zu Wissen und Erfahrungen in realen
Lebenssituationen.
- Erzieherinnen unterstützen
Mädchen und Jungen in ihrer geschlechtsspezifischen
Identitätsentwicklung und wenden sich gegen stereotype
Rollenzuweisen und -übernahmen.
- Erzieherinnen unterstützen
Kinder, ihre Phantasie und ihre schöpferischen Kräfte im
Spiel zu entfalten und sich die Welt in der ihrer Entwicklung
gemäßen Weise anzueignen.
- Erzieherinnen ermöglichen, dass
jüngere und ältere Kinder im gemeinsamen Tun ihre
vielseitigen Erfahrungen und Kompetenzen aufeinander beziehen und sich
dadurch in ihrer Entwicklung gegenseitig stützen können.
- Erzieherinnen unterstützen Kinder
in ihrer Selbständigkeitsentwicklung, indem sie ihnen
ermöglichen, das Leben in der Kindertageseinrichtung aktiv
mitzugestalten.
- Im täglichen Zusammenleben findet
eine bewusste Auseinandersetzung mit Werten und Normen statt. Regeln
werden gemeinsam mit Kindern vereinbart.
- Die Arbeit in der
Kindertageseinrichtung orientiert sich an Anforderungen und Chancen
einer Gesellschaft, die durch verschiedene Strukturen geprägt ist.
- Die Kindertageseinrichtung integriert
Kinder mit Behinderungen, unterschiedlichen Entwicklungsvoraussetzungen
und Förderbedarf und wendet sich gegen Ausgrenzung.
- Räume und ihre Gestaltung stimulieren das eigenaktive und kreative Tun der Kinder in einem anregungsreichen Milieu.
- Erzieherinnen sind Lehrende und Lernende zugleich.
- Eltern und Erzieherinnen sind Partner in der Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder.
- Die Kindertageseinrichtung entwickelt enge Beziehungen zum sozial-räumlichen Umfeld.
- Die pädagogische Arbeit beruht
auf Situationsanalysen und folgt einer prozesshaften Planung. Sie wird
fortlaufend dokumentiert.
- Die Kindertageseinrichtung ist eine lernende Organisation.
Die ausführliche Dokumentation der Projektergebnisse kann unter dem Titel "Qualität im Situationsansatz - konzeptionelle Grundsätze, Qualitätskriterien und theoretische Dimensionen" angefordert werden bei: Internationale Akademie (INA) gGmbH - an der Freien Universität Berlin - Projekt: "Qualität im Situationsansatz", Königin-Luise-Str. 24-26, 14195 Berlin, T. 030 - 83852031, F 030 - 83852130, e-mail: kirch@zedat.fu-berlin.de
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